OB Spec legt Kranz in Jevpatorija nieder

BEFREUNDETE STÄDTE 20 WECHSELHAFTE JAHRE

Ein abenteuerlicher Weg zur Partnerschaft

Austausch Eine 100-köpfige Delegation unter Leitung von OB Werner Spec reist am 29.05.2010 für eine Woche nach Jevpatorija zur Feier des 20-Jahr-Jubiläums der Partnerschaft, die viele Bereiche umfasst. Da am Schiller-Gymnasium Russisch unterrichtet wird, waren die Bedingungen für einen Schüleraustausch günstig. 1993 haben die Städte einen Praktikantenaustausch begonnen: Unternehmer, Handwerker und Beamte lernten in Ludwigsburg die Marktwirtschaft kennen. Der Kulturaustausch kam zur Venezianischen Messe 1994 in Gang, zu der eine Folklore-Gruppe nach Ludwigsburg eingeladen wurde. Zum zehnjährigen Jubiläum ist das Bürgertheaterprojekt "Messias" auf der Krim aufgeführt worden. Dieses Mal steht "Die Schöpfung" auf dem Programm.



Jevpatorija, eine Kur- und Hafenstadt auf der Krim/Ukraine mit rund 120.000 Einwohnern ist seit 1990 Partnerstadt von Ludwigsburg.

Einen besonderen Reiz für die Besucher Jevpatorijas ist die Lage der Stadt an der Sandstrandküste des Schwarzen Meeres mit seinem gesunden Klima. Seit Ende des 19. Jahrhunderts zog es Erholungssuchende und Kurgäste in die Stadt an der Westküste der Krim. 1936 erklärte die Sowjetunion die Stadt zum Kinderkurort. Heute präsentiert sich Jevatorija wieder attraktiver und weit über die Grenzen der Ukraine hinaus bekannter Kur- und Badeort, mit langen Sandstränden, einladenden Promenaden sowie mit modernen Hotels und Kureinrichtungen.

Jevpatorija kann auf eine zweieinhalbtausendjährige wechselvolle Geschichte zurückblicken, die um 500 v. Chr. mit der Besiedlung durch griechische (ionische) Siedler begann. Herodot erwähnte die griechische Stadt Kerkinitida. Zeitweise geriet sie unter skytische Herrschaft und wurde dann durch die Goten zerstört.

Im 15. Jahrhundert entstand die tatarisch-türkische Stadt Geslev. Deren neu renovierte Altstadt ist heute eine der touristischen Höhepunkte der Krim. Mitte des 16. Jahrhunderts schuf der berühmteste Architekt des Osmanischen Reichs, Sinan (unter anderem Erbauer der Blauen Moschee in Istanbu), die Hauptmoschee „Dschuma Dschami“. Sie ist heute die bedeutendste Sehenswürdigkeit und heruasragender Teil der Silhouette der Stadt.

Unter Katharina der Großen wurde die Krim 1783 Teil des russischen Reiches. Von ihr erhielt Jevpatorija seinen heutigen Namen.

Griechen, Tataren, Türken, Deutsche, Armenier, Juden, Karaimen, Russen, Ukrainer und andere Menschen mit unterschiedlicher Kultur und Religion lebten hier friedlich miteinander und hinterließen Spuren im Stadtbild. Kirchen, Moscheen, Synagogen und Bethäuser anderer Religionen sind architektonischer Ausdruck dieser Vielfalt. Doch die Lage am Schnittpunkt verschiedener Reiche brachte auch immer wieder Krieg und Zerstörung.

Zwischen Ludwigsburg und Jevpatorija hat sich eine gute und aktive Partnerschaft entwickelt. Schulen, Familien, Vereine, soziale Einrichtungen, Geschäftsleute, Kommunalpolitiker und Künstler pflegen einen regen Austausch, der durch den Freundeskreis Jevpatorija unterstützt und gefördert wird.

Seminare in Jevpatorija.

Im April 2011 fanden erneut Seminare zur Wirtschaftsförderung in Jevpatorija statt, unterstützt durch die Partnerstädte Ludwigsburg und Jevpatorija. Seminarteilnehmer waren Führungskräfte und Mitarbeiter aus dem Hotelgewerbe, der Gastronomie, der Konditoreien und Cafébetriebe, sowie Lehrerinnen und Schüler(innen) der dortigen Berufsschule. Durchgeführt wurden die Seminare von Lehrern der Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg, insbesondere Frau Gabriele Ott und Herr Friedhelm Wittfeld sowie von Herrn Günter Deiter, einem pensionierten Berufsschullehrer der Hotelfachschule in Hannover, der die Service-Schulung durchführte.  Friedhelm Wittfeld referierte über Personalführung, Konfliktmanagement, neue Geschäftsideen etc.,Julia Schell aus Ludwigsburg fungierte als Übersetzerin.

Zur dringenden Notwendigkeit und zum Sinn dieser Schulungen folgender kleiner Auszug aus dem Bericht an die Stadt Ludwigsburg:

„Die Teilnehmer waren sowohl bei den praktischen Übungen als auch beim theoretischen Teil hoch motiviert bei der Sache und stellten viele Fragen. Da der Kellnerberuf in der Ukraine kein anerkannter Ausbildungsberuf ist und die jungen Leute wegen der hohen Arbeitslosigkeit oftmals der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgeliefert sind, fehlt es vielen an Selbstbewusstsein. Wir haben uns bemüht, gerade dieses zu stärken und den Kursteilnehmern zu vermitteln, dass sie durch jede erworbene Zusatzqualifikation besser vor Willkür und Ungerechtigkeiten schützt sind. Denn sie sind das Kapital des Betriebs, und je professioneller sie arbeiten, desto weniger kann der Chef auf ihre Mitarbeit verzichten und sie durch ungelernte Aushilfskräfte, die zum Dumping-Lohn oder sogar nur fürs Trinkgeld arbeiten, ersetzen.“

Und auch außerhalb der Kurse waren die Gäste aus Ludwigsburg gefragt:

„Zu unserer Überraschung wurde an Friedhelm Wittfeld der Wunsch herangetragen, den Köchen im Café-Restaurant *Ludwigsburg* zu demonstrieren, wie wir in Deutschland Sauerkraut zubereiten. Spargel-Variationen mit korrespondierenden Saucen wurden ebenfalls gewünscht, da man die Speisekarte gern erweitern möchte. Als leichtes, schnelles Sommergericht hätten wir gern noch die Zubereitung von "Saltimbocca alla romana" gezeigt, aber es gab keinen milden, luftgetrockneten Schinken und auch keinen frischen Salbei.“

 

 


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